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22.05.2012

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Wirtschaft
Auch Manroland-Standort Offenbach gerettet
Käufer für insolventen Druckmaschinenhersteller

Auch Manroland-Standort Offenbach gerettet

Manroland (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Insolvenzverwalter Schneider (re) mit dem neuen Investor, dem Briten Langley. ]
Rund zwei Monate nach der Insolvenz des Druckmaschinenherstellers Manroland ist jetzt auch das Werk in Offenbach gerettet: Der englische Maschinenbauunternehmer Tony Langley kaufte das Bogendruckwerk samt der internationalen Vertriebsorganisation. Er werde knapp die Hälfte der vormals gut 1700 Mitarbeiter übernehmen und wolle schon dieses Jahr die Gewinnzone erreichen, sagte Langley in Augsburg.

Mitte Januar hatte bereits die Lübecker Possehl-Gruppe das Augsburger Zeitungsdruckmaschinenwerk von Manroland übernommen. Für diesen Standort kündigte Possehl-Chef Uwe Lüders für 2012 einen Gewinn an. "Natürlich sind die Kosten jetzt niedriger", erläuterte Lüders. Im Augsburger Werk wird die Zahl der Mitarbeiter von über 2200 auf 1500 zusammengestrichen.

Rettung auch für Plauen?

Auch für das Werk in Plauen ist Insolvenzverwalter Werner Schneider zuversichtlich. Dort arbeiten 320 Mitarbeiter weiter, 348 Stellen wurden gestrichen. Schneider sagte aber, er rechne fest damit, dass der Stellenabbau in Plauen schon bald umgekehrt und wieder Mitarbeiter eingestellt werden könnten. Denn die Maschinenfabrik Plauen sei nicht nur als Zulieferer für Augsburg wichtig, sondern werde zu einer verlängerten Werkbank für diverse Unternehmen auch aus anderen Branchen werden.

Der Abbau von insgesamt mehr als 2000 Stellen in Deutschland im Rahmen der Insolvenz verschaffe den drei Manroland-Werken in Augsburg, Offenbach und Plauen einen massiven Kosten- und Wettbewerbsvorteil, sagte Schneider. Die verkleinerten Unternehmen "starten in der richtigen Größe, wie es der Markt verlangt". Mit dem Kauf des Offenbacher Werks durch Langley sei eine Bürgschaft des Landes Hessen nicht mehr nötig.

"Keine Lösung für alle"

Schneider räumte ein, dass der Stellenabbau bei den vormals rund 4700 Beschäftigten im Inland Offenbach am schlimmsten treffe: 824 Mitarbeiter würden übernommen, aber 947 müssten gehen. Die IG Metall sieht im Konzept der Briten dennoch eine tragfähige Grundlage, um den Standort und den Bogendruck-Bereich langfristig zu sichern. "Dies ist keine Lösung für alle, aber es ist die beste Lösung für Offenbach", sagte Marita Weber von der Gewerkschaft. Betriebsrat und IG Metall wollen gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter am Freitag die Belegschaft über die Details der Übernahme informieren.

Erfahren mit Krisenpartnern

Langley sagte, er habe in England Erfahrung mit Krisensparten und -unternehmen gesammelt. In Deutschland besitzt sein Konzern das Zementmaschinenwerk Claudius Peters in Buxtehude, das Industrieunternehmen Piller in Osterode und die Schweißtechnik-Servicefirma ARO in Augsburg. Offenbach soll künftig unter dem Namen Manroland Sheet Fed firmieren, Augsburg unter Manroland Web Systems. Die Nachfrage bei Bogendruckmaschinen, die beispielsweise für Werbung gebraucht werden, ist Langley zufolge annähernd stabil. "Wir sehen sehr gute wirtschaftliche Perspektiven für das restrukturierte Unternehmen", sagte Langley. Er rechne deshalb für Offenbach mit einem positiven Ergebnis schon in diesem Jahr.

Manroland hatte im November Insolvenz angemeldet.

Stand: 02.02.2012 13:50 Uhr
 

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