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Nach dem TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier haben CDU und SPD den Sieg für sich reklamiert.
So sieht der SPD-Spitzenkandidat Steinmeier seine Partei jetzt gestärkt für die Schlussphase des Wahlkampfes. "Das gibt uns Rückenwind für die nächsten 14 Tage, jetzt auf der Zielgerade war und ist das notwendig", sagte er am Rande des Gewerkschaftstages der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Berlin. Bei der "Diskussion um Inhalte" seien Unterschiede deutlich geworden.
In der SPD-Zeitung "vorwärts" verschärfte er den Ton gegenüber Merkel. "Wir haben es mit der 'Ich auch'-Kanzlerin zu tun", sagte er über die CDU-Chefin. "Wann immer jemand eine erfolgversprechende Idee hat, sagt Angela Merkel: 'Ich auch.' Das mag geschickt erscheinen, ist aber völlig substanzlos." Er fügte hinzu, wenn es zu Schwarz-Gelb komme und die FDP Sozialabbau und Steuersenkungen für Reiche fordere, "wird Frau Merkel wieder laut Ja rufen".
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Die CDU kündigte indes an, im Wahlkampf die Warnung vor einem rot-rot-grünen Bündnis stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Zugleich trat Generalsekretär Ronald Pofalla Vorwürfen der Opposition entgegen, das TV-Duell sei ein Signal zur Fortsetzung der Großen Koalition gewesen. Diese sei keine Alternative zu einem schwarz-gelben Bündnis, sagte Pofalla weiter. Denn die SPD würde "vom ersten Tag an überlegen, wie sie die Große Koalition verlassen kann, wie sie in ein Bündnis mit den Grünen und der Linkspartei kommt", sagte er nach einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin.
Die Opposition kritisierte das Rededuell zwischen Merkel und Steinmeier erneut scharf, allen voran FDP-Chef Guido Westerwelle. Er bezeichnete die Debatte als "öffentliche Kabinettssitzung". Statt einer Debatte hätten die Zuschauer ein "Selbstgespräch" der regierenden Parteien zu sehen bekommen, sagte er in Berlin. Die wichtigsten Zukunftsthemen wie Familie und Bildung seien ausgeblendet worden, kritisierte er. "In meinen Augen ist das ein verlorener Fernsehabend gewesen."
Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, sprach im ARD-Morgenmagazin von einer "Kuschelveranstaltung". Bartsch warf Steinmeier vor, nicht angegriffen und stattdessen ein "Bewerbungsgespräch" mit Merkel für weitere vier Jahre als Vizekanzler geführt zu haben.
Die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast sprach von "Selbstbeweihräucherung". Gleichzeitig schrieb sie eine rot-grüne Regierung nach der Wahl am 27. September offiziell ab. "Wir wissen doch alle, dass es für Rot-Grün rechnerisch nicht reichen wird", sagte sie ebenfalls im ARD-Morgenmagazin. Welche Koalition sie stattdessen anstrebt, ließ sie offen.
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